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Jahresbericht 2011

Teilnahmeaktivitäten - ein kurzer Überblick:

* Den Distrikt vertreten bei der 11-Jahresfeier im Kino am Steindamm von Sucht-und Wendepunkt e.V. (Hilfe für Kinder von suchtkranken Eltern)

* An der Altonaer Hausvereinsversammlung in der Max-Brauer-Allee teilgenommen

* Erntedankfest am 15.Oktober besucht, gute Beteiligung und gelungene Veranstaltung

* An zwei Ordensausschusssitzungen teilgenommen

* Im Oktober an der Mitgliederversammlung der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. teilgenommen

* das Sachgebiet Frauen stellte auf „Du und Deine Welt“ unsere Arbeit vor

 

Wir besuchten Info-Stände in verschiedenen Stadtteilen von unseren Gemeinschaften. Zu verschiedenen Mitgliederjubiläen hielten wir Vorträge. Ebenso wichtig ist es, unsere Erkrankten, soweit bekannt, im Krankenhaus zu besuchen. Leider mussten wir auch wieder Beerdigungen von verstorbenen Geschwistern miterleben.

Der Vorstand nahm an allen Distriktsausschusssitzungen teil.

Auf einer Tagesklausur erörterten wir aktuelle Maßnahmen.

Obwohl wir alle wegen des Guttemplertages sehr eingespannt waren, repräsentierten wir unsere Arbeit im Rahmen der Aktionswoche Alkohol in zwei Einkaufscentren(EKZ-Billstedt und Phönix-Center in Harburg).

Für den Vorstand ist Karin von Kamptz im Landesfrauenrat.

Am Samstag, 9.Juli lud der Vorstand zu einem Tagesseminar zum Thema: „Mitglieder halten-Mitglieder gewinnen“ ein. Co-Referent war Horst Hölter.

Wir kamen zu dem Ergebnis, dass wir unsere Öffentlichkeitsarbeit intensivieren müssen. Ein Teilnehmer erinnerte an die Menschen, welche nun schon jahrelang eine Gesprächsgruppe besuchen. Er regte an sie zu bitten, entweder Mitglied zu werden oder sich eine andere Gruppe zu suchen. Dieser Gedanke erhielt keinen Widerspruch.

 

Die Herbst-Distriktssitzung wurde vorbereitet und mit dem festlichen und geschäftlichen Teil durchgeführt. Gerne erwähnen wir, dass dort zwei Guttempler - „Urgesteine“ ein besonderes Treuejubiläum feierten: Helmut Lehmann mit 65 Jahren Mitgliedschaft und Helmut Tiedemann für 60 Jahre. Wenige Tage nach unserer Sitzung folgte dann Günter Rudeck ebenfalls mit 65 Jahren Mitgliedschaft. Bruder Rudeck vollendete in diesem Jahr sein 80zigstes Lebensjahr. Im Rahmen einer Feier konnte Wolfgang Lütjens die Grüße vom

Hamburger Distriktsvorstand überbringen und Günter(Dita ebenfalls) alles Gute wünschen.

Unsere Schwester Irene Schmidt wurde für ihre 50 jährige Mitgliedschaft geehrt.

 

Ein Höhepunkt im Herbst war sicher die gut besuchte Veranstaltung zum 3.Oktober, dem Internationalen Tag der Guttempler. Das 160 jährige Jubiläum feierten wir im Georg-Asmussen-Haus mit einem Festvortrag von unserem früheren stellvertretenden Landesvorsitzenden Hans-Günter Schmidt aus Altona. Daneben erläuterte Renata Beier die Regalien und andere Ausstellungsstücke aus dem Guttempler-Museum Mildstedt. Fast alle Besucher trugen an dem Vormittag solch einen Ordenskragen.

Ganz besonders möchten wir danken, dass unser Sachberater Thomas „Blacky“ Schwarz sich so vielseitig engagiert. Nur durch seine hervorragende Arbeit erscheint das Programmheft. Zusätzlich kümmert er sich um unsere Homepage, damit wir auch im weltweiten Internet zu finden sind.

Dankbar sind wir auch unserem Altdistriktstempler Dieter Klein, der nach wie vor dafür gemeinsam mit Monika Rattke sorgt, dass unsere Mitgliederdatenbank auf dem neuesten Stand ist und bleibt.

Am 17.Dezember fand im Niendorfer Guttemplerhaus das 100 jährige Jubiläum des Hausvereins statt. Im großen Saal dankte und gratulierte der Landesvorsitzende Lütjens in einem Grußwort den Niendorfern herzlich für ihre erfolgreiche Arbeit. Anschließend referierte Ronald Spahr sehr anschaulich über die Entwicklung des Hauses, der Gemeinschaften und der Gesprächsgruppen. Eine bebilderte Jubiläumsschrift konnten die Besucher und Gäste – je ein SPD- und FDP- Bezirksabgeordneter - anschließend mitnehmen. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein am Büfett wurde viel geklönt über gemeinsame Aktivitäten.

Und nun zum Guttemplertag:

Wir haben diesem Bericht fünf Seiten aus dem DIALOG beigefügt, weil dort fast alles Wichtige zu finden ist. Von dem, was noch fehlt, wollen wir hier das Wesentliche wiedergeben:

Obwohl wir vor und während des Guttemplertages sämtliche Medien ausführlich über die Fachtagung und die mehrtätige Guttemplertagung informierten, war das Echo sehr gering - ja.. enttäuschend! Immerhin waren 550 Menschen aus der Schweiz, Holland und Deutschland versammelt, eine Senatorin war zu Gast und eine bekannte ehem. parlam. Staatssekretärin hielt den Festvortrag.

Die Projektgruppe, welche den Guttemplertag vorbereitete, erkannte trotz mustergültiger Planung wenige Monate vor dem Ereignis, dass der Teufel im Detail steckt oder Finanzpläne sich in Luft auflösen, wenn unerwartete Kostensteigerungen zu einem Minus in der Kasse des Distrikts führen. Dank der Spendenbereitschaft unserer Mitglieder und Förderer gelang es uns aber den Guttemplertag mit

plus minus null abzuschließen.

 

Für uns als Hamburger Guttempler war es einerseits Freude diese Tage für unsere Geschwister nach 22 Jahren ausrichten zu dürfen. Andererseits war klar: ohne den engagierten Einsatz vieler Menschen wird es keinen reibungslosen Ablauf geben. Alle Verantwortlichen spendeten eineinhalb Jahre lang Zeit, Benzin, Geld…. für nicht gezählte Mail’s, Telefonate, persönliche Gespräche. Es galt Anfragen an Politiker, Künstler, Ehrengäste, Techniker, einen Pastor, Hotels, Jugendherbergen, Catering, Betriebsküche, Musikkapelle, Chöre, Busse, Banken, Sparkassen, (etliche Firmen in Hamburg schrieben wir mit wenig Erfolg an) Krankenkassen, Bäckereien, Eis, Getränkefirmen zu richten. Es ging um Teilnahmezusagen und Grußworte, Auftragsvergaben und Spenden sowie immer wieder Bitten um günstige oder kostenlose Lieferung.

 

Natürlich wurden dann auch unsere Gebete für sonniges Wetter erhört. Eine Guttemplerin brachte es im Nachhinein auf den Punkt: Monate vorher habe ich nicht daran geglaubt, dass es klappt, aber dann hat doch alles fast reibungslos geklappt! Der Distriktsvorstand dankt wirklich ALLEN, die zum guten Gelingen beigetragen haben.

 

Nebenher erstellten wir die Festschrift, für die wir später von vielen Seiten sehr gelobt wurden. Weil ja vor 100 Jahren in Hamburg eine Internationale Guttemplertagung stattfand, entschlossen wir uns, über die Suchthilfearbeit seit 1893 bis heute in Hamburg eine Broschüre herauszugeben. Hans-Günter Schmidt aus Altona hat uns dabei sehr unterstützt. Mit Hilfe von Anzeigen und der großzügigen Hilfe der Guttempler-Stiftung erreichten wir hier Kostenneutralität.

Allen Hamburger Geschichts-u. Stadtteil-Werkstätten, Uni-und Stadtbibliotheken sowie dem Staatsarchiv und den Pressearchiven haben wir die Broschüre mit Faltblättern zugeleitet. So haben Suchende immer einen Zugriff, wenn sie mehr über die Guttempler-Suchthilfearbeit wissen wollen.

Ebenso schrieben wir die Dezernentinnen und die Dezernenten der Gesundheitsämter in den Bezirken an und erinnerten sie an die vielfältigen Angebote in den jeweiligen Stadtteilen.

Im Rathaus übergaben wir ebenfalls den Fraktionsbüros von SPD, CDU, GAL, Die LINKE und FDP für jeden in der Hamburgischen Bürgerschaft vertretenen Abgeordneten die neue Suchthilfebroschüre sowie Faltblätter. So könne sie sich über Angebote für suchtkranke Bürgerinnen und Bürger in ihrem Wahlbezirk informieren.

 

Zahlen, Zahlen, Zahlen……

23 Gemeinschaften zum Jahresende

mit insgesamt 402 Mitgliedern

37 Gesprächsgruppen zum Jahresende

mit ca.350 Teilnehmern pro Woche

7 Infogruppen in Krankenhäusern sowie Fach-und Tageskliniken

2 Telefon-Hilfeteams

1 Team Hausbesuche

56 Förderer

Unsere Freizeitgruppen: Angelsportgemeinschaft, „Interessenkreis Älterer Menschen“, Kreativtreff, der Liederkreis hat sich nach vielen Jahren leider aufgelöst.

In unserer Mitgliederentwicklung sind wir leider rückläufig, weil wir u.a. zehn Geschwister an den Distrikt Mecklenburg-Vorpommern abgegeben haben. Mögliche zwölf Zugänge von jungen Mitgliedern (bis 27 Jahre), die bei Juvente geführt werden, konnten wegen laufender „Abklärungen“ auf Ordensebene noch nicht den Swabedoodas zugeordnet werden.

Nicht zu übersehen in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass wir in den Gesprächsgruppen verstärkt Arbeitslose haben, die unsere Angebote gerne nutzen, aber nicht Mitglied werden. Eine Ursache ist u.a. der Mitgliederbeitrag, obwohl es bei den Gemeinschaften und extern beim jeweiligen Bezirksamt Möglichkeiten gibt, von Beitragszahlungen ganz oder teilweise befreit zu werden. Unabhängig davon müssen wir unsere ganze Kraft in 2012 dafür einsetzen, unsere Organisation mitgliedermäßig zu stärken. Wir wissen, dass die anderen Suchtverbände, Parteien, Kirchen gleiche Probleme und Sorgen haben. Die zunehmende Individualisierung ist sicher ein Grund dafür, es wird Anonymität bevorzugt statt Gemeinschaft. Ungebundenheit ,keine Verpflichtungen einzugehen ist ein Trend, dem wir dauerhaftes, ehrenamtliches, engagierten und wertorientiertes Wirken für Suchtkranke entgegensetzen können.

Es hätte im Berichtsjahr alles nicht so hervorragend geklappt ohne den Einsatz unserer Ehrenamtlichen und natürlich unserer hauptamtlichen Kräfte in der Beratungsstelle und in der „Kaffeewelt“. Allen dankt der Distriktsvorstand für ihre tatkräftige Unterstützung!

Wolfgang Lütjens
Landesvorsitzender